Irgendeinmal hüteten hier zwei Hirten, Vater und Sohn, ihre Herde unter dem Stinkenden Berg. Dieser Berg wurde „Stinkend“ genannt, weil die Luft hier ein schlechter Geruch hatte. Der Vater konnte schon 60-70 Jahre alt sein, während sein Sohn kaum hatte 20 Jahre alt. Der starke, brave, junge Bursch konnte sich nicht genug über seinen Vater stauen, wenn er jeden Morgen immer darüber klagte, daß er bald hier, bald dort Schmerzen hatte. An einem Herbst fiel der erste Schnee früher als gewöhnlich, die Hirten trieben ihre Herde, auf einem schöneren Wetter hoffend unter die Bäume, um dort auf dem übrig gebliebenen Gras auszuhalten, bis das Wetter besser wird.

 

Wie sie auf dem Tal schritten zu, sahen sie einen Ort, wo der Schnee schon geschmolzen war. Sie eilten sich schnell dort und sahen, daß etwas aus der Erde dampfte, und es war ein bißchen stinkend, aber trotz gab es ein bequemes, warmes Gefühl. Sie merkten diesen Ort an, und immer wenn sie in dieser Gegend waren, kamen hier und verbrachten eine kurze Zeit, um sich zu erwärmen.

Nach einer Zeit erlebte der alte Hirt, daß seine Schmerzen aufhörten. Im Herbst trieb er seine Herde so einfach, als wenn er wieder ein junger Bursch wäre.

An einem Tag dann passierte es, daß die Herde ohne Hirt ankam.

- Wo könnte mein Vater bleiben? - grübelte der Sohn. - Wahrscheinlich macht eine Kur für seine Glieder.

Nach einer kurzen Zeit machte er sich schließlich auf den Weg, seinen Vater zu suchen. Unterwegs begegnete sich mit einem Mönch, der eine Kutte an sich hatte, den er dann und wann schon in der Gegend gesehen hat.

Etwas Böses ahnen, beschleunigte er seine Schritte. Bald blickte seinen Vater, mit dem Gesicht auf den Boden sinkend, als wenn er schlafen würde.

- Vater! Vater! - der Sohn weckte seinen Vater auf, aber dieser konnte nicht mehr aufwecken.

Am nächsten Tag ging der Sohn ins Dorf, und meldete den Tod seines Vaters im Vorstandsamt. Die Gerichtsbehörde ging am selben Tag auf den Tatort, und der Arzt feststellte, daß den Tod des alten Hirten Erstickung verursachte.

- Jemand hat den alten Hirt erwürgt! - schalte die Klage.
- Das konnte nicht anderer machen, als sein Sohn, weil außer ihm niemand auf die Weide gewesen war.

Der arme Junge protestierte genügend gegen der dummen Klage, aber sofort wurde er in Fesseln geschlagen. Bevor der Erklärung des Urteiles wurde der Junge noch einmal auf die Weide begleitet, um auf den Unfallort den anderen zu zeigen, wie er seinen Vater umgebracht hatte.

- Gott sollte mich nie mehr helfen, wenn ich jemals Hand an meinen Vater gelegt habe.
- Dann wer hat das getan? - schaute streng auf ihn der Stellvertreter des Dorfschulzen an.
- Woher soll ich das wissen?
- Niemand war hier auf der Weide, nur du!
- Ich habe einen Mönch gesehen, der eine Kutte an sich hatte, aber eins kann ich noch sagen, daß mein Vater vom Gas gestorben ist.
- Was für ein Gas?
- Das, was hier auf diesem Ort aus der Tiefe der Erde herauskommt.
- Das kann nicht sein! – protestierte der Stellvertreter des Dorfschulzen.

In denselben Moment erblickte er den Mönch mit der brauen Kutte, der gerade am Rand des Waldes vorbeiging.

- Wer war denn das?
- Der ist ein Mönch, derlei Klausner. – klärte ihn der Junge auf.
- Durchwandert er häufig hier?
- Ja, ziemlich oft. Zuletzt dann habe ich ihn gesehen, wenn mein armer Vater gestorben ist.
- Warum hast du es früher nicht gesagt? Leute, der Mönch muss erwischt werden.

Die Panduren fingen an, nach dem Mönch zu rennen, aber er verschwand spurlos. Auf dem Unfallort blieben nur der Stellvertreter und der in Ketten gefesselte Junge. Der Stellvertreter beugte sich auf den Boden nieder dort, wo das Gas auf die Oberfläche aufschlug. Steckte er die Nase hinein, aber in denselben Augenblick blieb er tot auf dem Boden.

Als die Panduren aus der ergebnislosen Verfoglung zurückkamen, fanden den Stellvertreter tot, der auf die Worte des Jungen nicht hörte.

Der Arzt feststellte, daß auch der Stellvertreter von der Gas gestorben ist. Der Bursch wurde sofort freigelassen, der wegen Unwissenheit unschuldig bloßgestellt wurde. Sie fanden es heraus, daß die aus der Tiefe der Erde aufschlagenden Gase Heilkraft haben, aber der von diesen Gase einen kurzen Luftzug einsaugt, denjenigen das Gas sofort erwürdigt.

- Wenn es zur äußeren Anwendung benutzt wird, ist es Medizin, wenn dann es zur inneren Anwendung benutzt wird, ist es tödliches Gift. - stellte der Arzt fest.

An der Stelle gruben die armen Kranken eine Grube, um die Heilkraft des Gases benutzend die schmerzenden Glieder zu heilen.

Das passierte ja vor langer Zeit, wenn es überhaupt geschehen ist.

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